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Rote Nase, Schlappohren oder Silberblick

Donnerstag, den 08. Dezember 2011 um 12:44 Uhr
Rote Nase, Schlappohren oder Silberblick Foto: Wildpark Lüneburger Heide

Makel können etwas wunderbares sein

Ist Ihnen auch schon mal aufgefallen, dass wir zur Weihnachtszeit Geschichten eines kleinen Stars erzählen, der es nur auf Grund eines „Makels“ zur weltweiten Popularität geschafft hat. Und sogar ein Lied gibt es über ihn, das ständig im Radio oder auf den Weihnachtsmärkten gespielt wird. Ich spreche von Rudolph, dem rotnasigen Rentier.

Klein-Rudy, wurde in der Rentierschule ständig wegen seiner leuchtendroten Nase ausgelacht und gehänselt. Doch gerade die Nase war es, mit der er Santa sicher durch den Schneesturm geführt hat, damit alle Kinder rechtzeitig ihre Weihnachtsgeschenke bekommen. Sein Defizit war also seine größte Stärke und ging in die Geschichte ein.

Als ich heute aus dieser Perspektive auf die Geschichte geschaut habe, sind mir gleich zwei ähnliche Beispiele aus der Tierwelt eingefallen.

Vor einiger Zeit las ich vom Elchkalb Smilla aus dem Wildpark Lüneburger Heide, das sich herzerwärmend vom Rest seiner Artgenossen abhebt. Smilla hat Schlappohren! Ein bisschen peinlich ist das ja schon, haben doch eher Kaninchen oder Rauhaardackel diese Ohrenform, während sich der Normalelch mit breiten langen Ohren schmückt, die am Ende spitz zulaufen. Keine Sorge, mit Smilla ist alles in Ordnung, sie ist putzmunter und bei bester Gesundheit und auch ihre Eltern kümmern sich liebevoll um sie. Und vor allem ist sie die neue Attraktion des Wildparks und alle sind ganz hingerissen von ihr.

Weitere gute Erfahrungen mit einem körperlichen Makel machte die schielende Beutelratte Heidi. Das Opossum aus dem Leipziger Zoo wurde weltberühmt und hatte sogar eine eigene Facebook-Fanseite. Ende September hat sie leider ihre schielenden Augen für immer geschlossen und trotzdem hat sie es noch als „Cover-Girl“ auf den Kalender 2012 des Leipziger Zoos geschafft.

Drei „Stars“, die also auf Grund ihres vermeintlichen Defizits groß rausgekommen sind. Und was können wir von diese Tieren lernen: Makel können doch etwas wunderbares sein.

Überlegen Sie doch mal, welche (vermeintliche?) Schwäche Sie zu etwas ganz Besonderem macht. Vielleicht ist eine Schwäche oder ein Defizit nicht doch für etwas gut? Vielleicht hat sich daraus längst eine wichtige Stärke entwickelt?

Alles ist für irgendetwas nützlich. Seien Sie nicht immer so streng mit sich. Wie langweilig wäre die Welt, wenn wir alle perfekt wären. Gerade Schönheitsfehler, Unvollkommenheit, Macken und Ticks machen einen Menschen aus und können zum Markenzeichen werden. Sie machen uns zu etwas Besonderem, Einzigartigen und geben uns echtes Profil

In diesem Sinne: Halten Sie die Ohren steif – oder lassen Sie sie einfach mal hängen, wie Smilla ;-)

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2 Kommentare

  • Kommentar Link Ute Spingler Dienstag, den 13. Dezember 2011 um 14:28 Uhr veröffentlicht von Ute Spingler

    Hilfe, diese Rechtschreibfehler...., aber egal! Ich schreibe diese mail mit der linken Hand, da meine rechten Finger aufgrund eines Unfalls gebrochen sind. Also stehe ich jetzt dazu und schreibe. sogut wie es geht und ermuntere vielleicht auch die eine oder den anderen, Kommentare aus dem eigenen Erleben zu schreiben und sich einzubringen. Davon lebt ja so ein Blog und ermuntert Dich, liebe Christine :O), weiterhin so tolle Blogs zu veröffentlichen :O)))
    Grüßerl von Ute!

  • Kommentar Link Ute Spingler Dienstag, den 13. Dezember 2011 um 14:22 Uhr veröffentlicht von Ute Spingler

    Liebe Christine,
    das ist ein wunderbarer artikel, der mut macht, zu seich und seinen (vermeintlichen ) Schwächen zu stehen! die beispiele aus der Tierwelt sind einfach Klasse und verdeutlichen das sehr bildhaft! Wir sind meistens sehr kritisch mit uns selbst, und es ist erfrischend zu lesen, wie wir viel souveräner zu uns stehen können. erst wenn wir uns selbst so annehmen können, wie wir sind, können unsere Mitmenschen das uns gegenüber auch :O)
    Ganz liebe Grüße von Ute, www.tangoart.com
    P.S.: Ich freue mch auf Deine weiteren Blogeinträge. Das ermutigt mich, an meinem Linkshänder-Kinderbuch weiterzuarbeiten, welches die Quintessenz hat: "Du bist richtig so, wie Du bist! "

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